Interview: playersTalk – Sascha Rösler

(c) Melanie Bien
(c) Melanie Bien

Sascha Rösler ist jemand, der polarisiert. Als er noch aktiv auf dem Platz war, galt er als Fußballer, der keine Kompromisse macht. Als ich ihn im November 2010 zum Interview für unser damaliges Interviewmagazin playersTalk traf, lernte ich einen zurückhaltenden und äußerst höflichen Menschen kennen, der sich bewusst ist, wie er wahrgenommen wird, der aber ganz klar zwischen dem Fußballer und dem Privatmann Rösler unterscheidet. Ein sehr angenehmes Gespräch mit Sascha Rösler über die Scham über sein alter ego, über Hans Meyer und über Bauchentscheidungen. 

Sascha Rösler, schön, dass Du es geschafft hast! Wir freuen uns sehr!

Hallo, ich freue mich auch!

Wir gehen direkt in die vollen! Stichwort „arbeitslos“. Dazu ein Zitat von dir: „Das erste Mal seit fünfzehn Jahren … Und dann merkt man schon, dass Fußball nicht alles ist.“ Kannst du das für uns noch mal näher beschreiben?

Seit ich siebzehn bin habe ich neben der Schule schon höherklassig Fußball gespielt und habe recht schnell damit das eigene Geld verdient. Da macht man sich natürlich keine Gedanken darüber, dass irgendwann mal eine Zeit kommt, in der es nicht so läuft und man mal vertragslos sein könnte. Gerade in jungen Jahren so gar nicht, da hat man so viele andere Dinge im Kopf. Sobald man aber mal auf die 30 zugeht, kommen zwar die Gedanken an die Zeit nach der Karriere, und trotzdem schiebt man das immer so ein wenig vor sich her. ‘Ich kann ja locker bis 35 spielen…’ Aber als es jetzt soweit war, dass ich zwei, drei Monate ohne Vertrag da stand und die Saison losging, da war das nicht ganz einfach für mich. Dann ist es gut, wenn man auch andere Sachen hat, die einem im Leben wichtig sind und die auch Spaß machen, der Fußball eben nicht alles ist. Das ist gerade für uns Fußballprofis wichtig, denke ich, etwas zu haben, das man nach der Karriere machen kann. Man braucht neue Ziele, sonst fällt man in ein sehr tiefes Loch…

Kann man sich denn da wirklich auf andere Sachen konzentrieren und sagen, na gut, dann habe ich jetzt eben dafür und dafür Zeit?

Ich spiele richtig gerne Golf und hatte jetzt auch mal richtig Zeit dazu. Außerdem hat man dann plötzlich an den Wochenenden frei und sitzt nicht in irgendeinem Hotel, sondern kannst etwas mit deiner Freundin machen. Das sind alles angenehme Sachen. Aber als die Liga wieder losging, war es schon sehr komisch, das erste Mal seit fünfzehn, sechzehn Jahren nicht dabei zu sein… Auf der anderen Seite war das für den Kopf mal entspannend, denn in dem Geschäft hast du mit dem Konkurrenzkampf jede Woche, in der du dich beweisen musst, aufs Neue eine psychische Belastung. Das jetzt mal vor dem Fernseher zu betrachten und die Füße hochzulegen, war schon angenehm.

Da bekommt man keine Angst, dass einem der Biss abhanden kommt?

Der Biss weniger … Anfangs habe ich schon gedacht, dass diese Phase schnell vorbei geht, dass sich bald Möglichkeiten ergeben. Dann kam aber so ein toter Punkt, wo ich gemerkt habe, es geht gerade gar nichts mehr. Dann sträubt man sich dagegen, unterklassige Sachen zu machen, bevor der Anspruch dann doch irgendwann sinkt. Gott sei Dank bin ich ruhig geblieben – und Gott sei Dank hat es ja dann auch mit dem Vertrag geklappt (Sascha Rösler wurde im Oktober 2010 von Fortuna Düsseldorf unter Vertrag genommen, Anm. d. Red.). Aber warte, du wolltest was ganz anderes wissen oder? Ach ja, ob man da nicht den Biss, die Konzentration verliert … Ja, man hat schon, na ja, nicht Angst, aber man sieht das Ende der Profikarriere kommen. Man merkt, man kommt nicht mehr so einfach in der ersten oder zweiten Liga unter und müsste die Karriere eventuell unterklassig ausklingen lassen …

Eine ähnliche Situation einer, nun ja, persönlichen Niederlage …

(lacht) Oh Gott, nur die negativen Sachen …!

Foto: Melanie Bien
Foto: Melanie Bien

Keine Angst, wir kommen gleich zum Positiven … Eine ähnliche Situation war doch die Sache mit Hans Meyer, der dich aus dem Profikader in Gladbach aussortiert hatte, obwohl du zuvor eine der Säulen des Aufstiegs und Vizekapitän warst …

Das war eine etwas andere Situation, weil ich ja da nicht vor dem Nichts stand. Aber in dem Moment hat es mich überhaupt nicht interessiert, dass ich noch einen relativ gut dotierten Vertrag mit relativ langer Laufzeit hatte. Das war von der menschlichen Seite her eine Riesenenttäuschung. Das ging rasend schnell: erst Führungsspieler, Vizekapitän und tragende Säule beim Aufstieg, dann drei Monate später nach der ganzen Euphorie und der Aufstiegsfeier kommt der Hans Meyer und sagt dir nach zwei Wochen, dass du nur noch bei den Amateuren trainierst – das war vom Kopf her eine schwere Sache. Das war im Endeffekt der Knick meiner Erstligakarriere und der Beginn einer Phase, in der ich lange Zeit zu knabbern hatte. Da fällst du in ein Loch. Auf Amateurtraining hast du keinen Bock, musst es aber vertraglich machen. Die zwei Monate waren sehr hart. Das habe ich auch ins erste halbe Jahr in München (bei 1860, Anm. d. Red.) mitgeschleppt. Das konnte ich lange nicht ablegen.

Auf das Menschliche wollte ich hinaus, und damit sind wir bei den positiven Dingen: Wie steckt man so was weg? Was du ja geschafft hast …

(lacht) Wichtig ist, dass man dann Leute außerhalb des Fußballs hat, die einen unterstützen und für einen da sind. Sicherlich geht so was auch nicht von heute auf morgen, sondern braucht seine Zeit. Wenn man ein gutes Umfeld hat, das einem diese Zeit gibt und wenn man dann auch noch ein paar andere Hobbys hat, dann geht das schon. Dennoch verarbeitet das natürlich jeder anders, ein richtiges Rezept gibt es wohl nicht. Bei mir hat es auch ein bisschen länger gedauert. Selbst in München habe ich in der ersten Zeit gemerkt, dass diese Angst wieder kam, man könnte etwas falsch machen, man könnte wieder abgeschoben werden. Man braucht wieder diese Sicherheit, dass das richtig ist, was man macht. Das hatte ich anfangs in München nicht. Harte Arbeit und der feste Glauben an mich haben mich da wieder rausgeholt.

Wir haben ja nun schon mit einigen Fußballern gesprochen, und fast alle waren sich in einem Punkt einig: Es ist unheimlich angenehm, wenn man gute Freunde hat, die überhaupt nichts mit Fußball zu tun haben, mit denen man sich über alles andere unterhalten kann und die von sich aus gar nicht auf das Thema Fußball kommen. Das ist wahrscheinlich genau das, was du gerade ansprichst …

Ja, schon, wobei das natürlich nicht immer so einfach ist, weil du nicht unbedingt viele Leute hast, die mit Fußball rein gar nichts zu tun haben. Zwangsläufig bewegst du dich um das Thema, weil es dein Beruf und Lebensinhalt ist. Umso schöner ist es dann natürlich, wenn ich nach Hause zu meiner Freundin komme, die mit mir überhaupt nicht über Fußball reden möchte. Das ist doch in jedem Beruf wichtig, dass man nicht alle Probleme mit nach Hause nimmt, sondern im Gegenteil da abschalten kann.

Hast du denn noch Kontakte aus der Jugendzeit oder überhaupt von früher vor dem Fußball?

Weniger eigentlich. Meine Eltern haben sich früh scheiden lassen, ich bin früh nach Ulm gegangen. Meine Mutter lebt mittlerweile gar nicht mehr am Bodensee, sondern in Nordhorn. Ich selbst bin gar nicht so verwurzelt, dass es mich irgendwohin zurück zieht. Als meine Freundin und ich in München waren, haben wir gesagt, dass wir nach Aachen zurück und uns hier etwas aufbauen wollen. Uns gefällt es hier sehr. Ob das dann auch klappt, ist natürlich auch eine andere Frage. Gerade beruflich gesehen.

Foto: Melanie Bien
Foto: Melanie Bien

Ihr zwei, deine Freundin und du, seid ja bewusst ein großes Risiko eingegangen, als ihr zurück in den Westen, so war es zu lesen, gegangen seid, ohne beruflich Klarheit  zu haben. Ihr habt da so ein bisschen gepokert …

Gepokert ja, aber das lag nicht nur am Westen, sondern auch deshalb, weil der Trainer Ewald Lienen (damals noch bei 1860, Anm. d. Red.) nicht unbedingt mein Wunschtrainer war. Ich bin in einem Alter, in dem ich mir viele Gedanken mache, egal ob im Training oder im Spiel. Ich war von seiner Philosophie nicht so überzeugt und habe auch eine andere Einstellung zum Fußball, weshalb ich in der Situation mit ihm nicht ganz so zufrieden war. Als 1860 also relativ früh mit dem Angebot zur Verlängerung kam, habe ich meinem Berater gesagt, wenn’s irgendwie geht, würde ich gerne was anderes machen. Deshalb haben wir gepokert. Optimal war natürlich der Gang in den Westen, was aber noch lange nicht feststand. War ja auch nicht ganz so einfach. Was ich unterschätzt hatte: Durch die Eingleisigkeit der 3. Liga und das Auflösen der Regionalligen strömen viele Spieler ohne Vertrag in den Markt. Und viele Vereine setzen vermehrt auf die Jugend. Spieler über 30 tun sich im Allgemeinen heutzutage schwerer. Ich bin froh, dass die Chance mit Düsseldorf kam. Das Pokern hat sich gelohnt, obwohl ich auch schon angefangen hatte zu zweifeln. Ein bisschen Glück gehört aber auch dazu  …

Wärst du das Risiko auch ohne deine Freundin, also ohne diesen Halt, eingegangen?

Ich weiß es nicht, schwer zu sagen. Wenn sie nicht wäre, könnte ich mir aber auch etwas ganz anderes vorstellen, ist ja klar. Aber dadurch dass sie hier verwurzelt ist und es mir hier so gut gefällt, warum sollten wir da noch sonst wo hin gehen?

Zu lesen waren auch noch ein paar Dinge, die du über die Fans im Westen gesagt hast … weniger Futterneid, eine andere Mentalität, die Spieler würden mehr auf Händen getragen.

(lacht) Das ist gut recherchier t…!

Inwieweit nimmt man so was als Spieler wirklich war?

Na ja, klar kommt man im alltäglichen Leben mit Fans auch in Kontakt, in der Stadt oder so. Aber das war mehr auf meine Erfahrungen etwa bei Greuther Fürth oder in München bezogen. Da hatte ich immer das Gefühl, dass da bei den Fans eine ganz andere Meinung vom Fußball vorherrscht: Die Fußballer verdienen jung schon viel Geld und sind total verwöhnt, arrogant und überheblich. Da schlug einem oft Neid entgegen, hatte ich das Gefühl. Als ich zur Alemannia nach Aachen gewechselt bin, war ich ja zum ersten Mal im Westen. Und das war hier ganz anders! Das war egal, ob du mehr Geld verdienst als die Fans, hier zählte nur, dass du für die Stadt und den Verein Leistung auf dem Platz bringst. Das war hier vielmehr eine Einheit. So habe ich das auch später in Gladbach erlebt und jetzt in Düsseldorf wieder.

Auch in den Stadien ist das ein ganz anderer Rückhalt. Nimm nur Düsseldorf in dieser Saison: Am Anfang wurde sechsmal verloren, trotzdem stehen die Fans 90 Minuten lang hinter der Mannschaft. Das ist nicht selbstverständlich.

Konntest du das auch außerhalb der Stadien erkennen? So einen bestimmten Schlag Mensch in einem Nord-Süd-Gefälle?

(lacht) Ja, das ist ja überall ein bisschen anders. Fürth ist da extremer, weil die Franken eh ein eigenes Völkchen sind. Die sind eher so, nix Neues! Ich lasse erstmal keinen an mich ran!, und da ist es relativ schwer, Kontakt zu kriegen. Das ist im Westen um Einiges einfacher. München war jetzt auch nicht ganz so problematisch, aber da gibt es ja auch relativ wenige Münchener … Keine Ahnung, vielleicht bin ich da auch etwas voreingenommen, weil es hier im Westen sportlich für mich sehr erfolgreich war, aber ich komme einfach hier mit den Leuten besser klar, als speziell mit den Franken.

Woran liegt das?

Ich denke, die Franken sind schon etwas grantiger …

…ich meine, von deiner Seite aus…

Keine Ahnung. Gerade in Fürth waren die Fans eben nicht immer einfach. Nicht vergessen darf man dabei aber, dass die seit Jahren immer oben mit dabei sind, aber nie aufsteigen. Vielleicht war deshalb die Stimmung oft so, dass eigentlich keiner so recht an die Mannschaft geglaubt hat. Dann hat die Mannschaft es natürlich auch schwer.

In deinen fünfzehn Jahren als Profi hast du einige Vereine gesehen. Sind diese Wechsel auch persönlich belastend? Du sagtest eben, du seiest nicht wirklich verwurzelt, aber man lebt sich ja trotzdem ein …

Ich sag’ mal so, es gab Phasen in meinem Leben, da hätte ich es mir anders gewünscht, auf jeden Fall! Gerade aus Aachen beispielsweise wäre ich ja nie weggegangen, wenn es nicht den finanziellen Grund gegeben hätte. Gladbach kam da natürlich recht, um hier zu bleiben. Damit habe ich mir natürlich nicht besonders viele Freunde gemacht, gerade bei den Fans … Das war schon ein großer Nachteil. Ich bin ein Typ, der gerne mal auch irgendwo länger bleiben würde, aber in diesem Berufszweig ist das oft schwer. Du willst sportlich weiter kommen, du musst natürlich auch auf die finanzielle Seite schauen, dann musst du schauen, wie der Verein plant und so weiter. Länger als drei Jahre hat es für mich leider nirgendwo geklappt.

Ich habe in Ulm angefangen und wollte mich weiterentwickeln, bin dann nach München, wo 1860 damals in der Champions League-Qualifikation spielte. Da war Werner Lorant Trainer und ich war jung und wollte unbedingt spielen. Also bin ich nach Greuther Fürth gewechselt, was sportlich großartig war, aber von den Möglichkeiten irgendwann eben limitiert. Und das mit Aachen und Gladbach war natürlich dann super. Im Endeffekt gehen die Profijahre eben so dahin.

Du sagtest gerade, das war ein Nachteil mit dem Wechsel von Aachen nach Gladbach, deren Vereine ja in einer regional angeheizten Rivalität leben. Hast du das persönlich zu spüren bekommen?

Ja. Na klar. Ich war zwei Jahre  in Aachen, das lief sportlich gut, ich bin mit den Fans und den Menschen hier gut klar gekommen. Mir ist klar, dass es für fanatische Anhänger nicht zu erklären ist, wenn einer wegen Geld den Verein verlässt. Und dann noch nach Gladbach. Das ist der Feind! Da kannst du hundertmal deine Sicht der Dinge darlegen. Aber für mich war zu der Zeit damals klar, dass ich den Wechsel machen musste. Wenn nicht nach Gladbach, dann woanders hin. Aber Gladbach war wegen der Nähe ideal, ich konnte hier, wo ich mich immer wohl gefühlt habe, wohnen bleiben. Aber dadurch, dass die Fanlager so verhasst sind, bist du dann in Aachen bei vielen unten durch. Da gab es schon das ein oder andere Problem, aber das war alles im Rahmen. Das ging schon.

Foto: Melanie Bien
Foto: Melanie Bien

Also nie so, dass du gedacht hast, ich muss hier unbedingt weg.

So schlimm war’s nicht. Wir haben in der Stadt gewohnt und sind dann aber doch aus der City rausgezogen, weil es schon so ein paar Pöbeleien gab. Auch Zettel am Auto und so. Aber nie so, dass wir hier komplett weg wollten. Das war halb so wild, das Übliche eben.

Das Übliche? Zettel am Auto?

Na ja, das ist noch harmlos. Man wird eben auch schon mal privat angemacht, da kann man nichts machen. Aber man muss eben dazu sagen, dass es auch Fans gibt, die das verstehen.

Wir haben vorher in der Redaktion darüber gesprochen und festgestellt, dass es wahrscheinlich hauptsächlich ein Satz war, an dem sich viele hochziehen: In Gladbach sei alles eine Nummer größer. Aber das ist doch auch so.

Na ja, aber das war noch nicht mal als böser Vergleich mit Aachen gedacht, das wurde aus dem Zusammenhang gerissen. Wir haben das neue Stadion besichtigt und haben gesehen, dass da ungefähr 150 Menschen arbeiten. In Aachen hatten wir zu der Zeit den einen Container, in dem die Susanne Czienna sich um alles gekümmert hat, was zu organisieren war, und eben die paar Leute im Fanshop. Da habe ich gesagt, dass da in Gladbach eben alles eine Nummer größer ist. Dann stand das in der Zeitung, und die Leute in Aachen haben mir das ganz schön übel genommen. Aber das war eben aus dem Zusammenhang gerissen, da stand nur dieser eine Satz.

Irgendwo gab es auch ein Zitat von dir, du würdest immer aus dem Bauch heraus entscheiden. Wenn man all diese Dinge abwägen muss, die ja durchaus auch ins Private gehen, bekommt an dann nicht auch mal Bauchschmerzen?

(lacht) Ich hatte bisher kein Magengeschwür.

Kann man denn das dann überhaupt noch aus dem Bauch heraus entscheiden?

Na ja, also eigentlich wollte ich ja damals auch schon nach Hoffenheim wechseln. Der Rangnick war ja schon in Ulm mein Trainer. Unter ihm wollte ich immer noch mal gerne trainieren, weil ich ihn für einen sehr guten Trainer halte. Mit meinem Berater bin ich dann nach Hoffenheim gefahren. Jan Schindelmeiser, der damalige Manager, hat uns alles gezeigt und ich stand dann da in dem Dorf und hatte so ein schlechtes Bauchgefühl, dass ich zu meinem Berater gesagt habe, das geht nicht gut, ich habe kein gutes Gefühl. Zwei Tage später habe ich mich mit Christian Ziege (damals noch Sportdirektor in Gladbach, Anm. d. Red.) in Düsseldorf getroffen, wir sprachen über Gladbach. Ich habe meinen Berater angerufen und gesagt, wenn das irgendwie finanziell passt, mach Gladbach klar. Finanziell wäre Hoffenheim sicherlich besser gewesen, aber mein Gefühl sagte mir, lass es. Keine Ahnung warum. Ich habe auf meinen Bauch gehört.

Gerade in der Familie meiner Freundin gibt es viele Alemannia-Fans, ihr Vater war entsetzt, als ich nach Gladbach ging. ‘Nä, bloß nicht nach Gladbach!’, hieß es. Der geht seit 40 Jahren zum Tivoli und war im ersten Moment richtig sauer! Nach ein paar Stunden rief er aber an und meinte, Gladbach wäre doch toll, da könnten seine Tochter und ich ja in der Gegend bleiben. Also ich war froh, dass ich das dann mit Gladbach gemacht habe.

Wenn man dir so zuhört, dann hört man oft heraus, dass du dir schon sehr viele Gedanken machst, was deine Zukunft angeht. Gibt es denn da schon konkrete Sachen, die du schon angeleiert hast?

Man macht sich so seine Gedanken. Es ist momentan natürlich schwer zu realisieren. Aber fest steht, dass ich mir kaum eine Zukunft ganz ohne Fußball vorstellen kann. Da würde ich mich schwer tun. Ist aber auch nicht so leicht planbar, etwas in dem Bereich zu machen. Ich werde vielleicht die Trainerscheine mal angehen, mal sehen, wie sich das entwickelt. Je nachdem, wie sich die nächsten zwei, drei Jahre entwickeln, kann ich mir auch noch so zwei, drei andere Dinge vorstellen.

Bist du eigentlich direkt nach der Schule in den Profibereich gekommen? Hast du noch eine Ausbildung gemacht?

Ne, ich habe in Ulm neben dem Abitur schon beinahe Profifußball gespielt. Wir sind ja von der dritten in die Bundesliga durchmarschiert. Das war ein Glücksfall, dass das alles so schnell ging damals.

Foto: Melanie Bien
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Ich frage deshalb, weil viele eine Ausbildung angefangen oder auch beendet haben, und sich nach der Fußballkarriere trotzdem nicht vorstellen können, in ihren alten Beruf zurückzugehen …

Ja, aber das Problem ist ja folgendes: Du machst mit 18 oder 19 eine Lehre als Schreiner oder so und spielst dann 15 Jahre Profifußball, da gehst du doch nicht hin und sagst, so, jetzt bin ich wieder Schreiner.

Gibt es da einen finanziellen Grund?

Das glaube ich nicht. Nach 15 Jahren entwickelst du dich ja auch weiter, hast andere Bedürfnisse, andere Hobbys und andere Dinge, die dir Spaß machen. Da kannst du wahrscheinlich mit dem Schreinern nichts mehr anfangen. Ich wollte eigentlich gar kein Abi machen, ich wusste nur, dass ich Fußballprofi werden wollte. Von einer Ausbildung hatte ich keine Ahnung und dachte nur, ich reize das mit der Schule eben bis zum Schluss aus und sehe dann mal, ob es mit dem Fußball was wird. Hat ja Gott sei Dank geklappt und ich konnte mich voll auf den Fußball konzentrieren.

Hat Fußball denn auch etwas mit Rampenlicht zu tun, das einem den alten Beruf verleidet? Genießt man das, wenn man es überhaupt bekommt?

Pfft. Keine Ahnung. Vielleicht. Das meine ich ja, wenn ich sage, dass man nach der Karriere etwas finden muss, das einem Spaß macht, weil man ansonsten in ein Loch fällt. Für viele ist das wahrscheinlich nicht ganz so einfach, dann wieder den alten Job oder sogar eine neue Ausbildung zu beginnen. Plötzlich wieder acht Stunden im Büro und vorher haben die Leute mich im Stadion gefeiert – das kann schon ein Problem sein. Aber ich denke, das legt sich, sobald man mal ein, zwei Jahre raus ist. Bei uns ist es ja jetzt auch nicht so, dass das Blitzlichtgewitter losgeht, wenn wir durch die Stadt laufen. Ich bin ja eher B-prominent, da ist das bei uns nicht ganz so heftig …

Stichwort Prominenz. Ist das etwas, das dich eher weitergebracht hat oder hat dich das eher gestört? Schließlich kannst du dich ja nicht immer so normal durch die Öffentlichkeit bewegen. Nach einem schlechten Spiel feiern gehen etwa. Schränkt das eher ein oder kann man menschlich gar daran wachsen, indem man den Umgang damit lernt?

Im Alter ja. In jungen Jahren tut man sich natürlich extrem schwer. Es geht ja relativ schnell hoch, da lässt man sich auch gerne feiern und genießt es, mir gehört die ganze Welt. Zwangsläufig kommt die Phase, in der es auch mal wieder schlechter läuft und wo man auch wieder aufpassen muss. Man wird auf den Boden der Tatsachen geholt und fliegt natürlich mal auf die Fresse. Dann bekommt man vom Verein einen verbraten, aber je älter du wirst, desto weiter entwickelst du dich und kennst deine Grenzen. Für dich und in der Öffentlichkeit. Journalisten sind ja aber auch gerne mal vorne herum sehr nett und stellen dann aber so fies Fragen, dass die dann nachher auch anders schreiben können, als es gemeint war. Mit der Zeit lernt man das aber. Da weißt du, mit wem du über was reden kannst.

War denn die extreme Geschichte mit Ulm im Nachhinein vielleicht sogar ganz gut? Also so bis in die Bundesliga durchzumarschieren, um direkt im Anschluss den Dämpfer zu kassieren und sofort wieder zweimal abzusteigen?

Das hätte nicht sein müssen. Es war schade. Im Erstligajahr hatten wir, ähnlich wie mit Aachen, schon früh recht viele Punkte. Zum Schluss sind wir doch abgestiegen, nachdem uns unter anderem eine 9:1-Niederlage gegen Leverkusen etwas aus der Bahn geworfen hatte. Man zieht da natürlich viel Aufmerksamkeit auf sich. Gerade wenn man das Ganze wie Rangnick aus dem Nichts geschaffen hat. Er ist aber dann relativ schnell nach Stuttgart gegangen, war also nicht mehr da. Dann ist es für einen Verein wie Ulm natürlich schwer, das Niveau zu halten. Der Abstieg in die zweite Liga war sportlich gesehen keine Schande für so einen kleinen Verein, aber es hätte trotzdem nicht sein müssen. Jetzt steht Ulm ständig kurz vor der Insolvenz und dümpelt im Amateurfußball. Das ist schade und hätte so nicht laufen müssen. Andere am Ruder hätten den Verein mindestens in der zweiten Liga halten können, denke ich.

Was konntest du für dich persönlich aus diesem extremen Auf und Ab in kürzester Zeit mitnehmen?

Tja, das ist schon lange her. Zwölf Jahre … Aber was man auf jeden Fall kennenlernt, sind die ganzen Schulterklopfer, die da sind, wenn es gut läuft und dich fallen lassen, sobald es mal nicht so gut aussieht. Und man weiß, dass man beim nächsten Mal ganz anders mit so einer Situation umgeht. Als junger Spieler lässt du wenn es gut läuft viel schleifen und denkst, das läuft jetzt alles von allein. Aber gerade dann muss man noch viel mehr im Training reinhauen, um eben das Niveau zu halten.

Und lässt sich so eine Erfahrung auch mit in den persönlichen Alltag nehmen? Etwa niemals den Glauben an seine Fähigkeiten verlieren oder Ähnliches?

Na ja, das ist ja sowieso immer das Wichtigste: Wenn du nicht an dich oder deine Fähigkeiten glaubst, wirst du in dem Geschäft gar nichts erreichen. Das geht ja schon mit 14, 15 Jahren los, da gibt es so viele, die wirklich Talent haben, die es aber nicht zum Profi schaffen, weil sie nicht an sich glauben oder nicht alles für ihr Ziel tun. Der Glaube muss zwangsläufig da sein, sonst hast du auf dem Niveau keine Chance.

Foto: Melanie Bien
Foto: Melanie Bien

Zweifel gab es nie bei dir?

(sofort) Doch! Ich kenne keinen Menschen, der nicht mal zweifelt. Es gibt doch immer Phasen mit Rückschlägen, da kommt man automatisch mal ins Grübeln. Aber zu 90 Prozent hatte ich immer den festen Glauben, dass ich es packen und etwas erreichen kann. Aber es ist doch ganz normal, ein paar Minuten in der Woche zu haben, wo man alles mal überdenkt.

Hast du das Gefühl, dass du Opfer bringen musstest für deine Karriere?

Also mir waren die in jungen Jahren jetzt nicht so bewusst. Klar gab es nicht die freien Wochenenden zum Rausgehen und Feiern. Aber da ich immer Profi werden wollte, ist mir das nie bewusst geworden. Mir hat nichts gefehlt. Es war zwar auch anstrengend, ich bin beispielsweise auch immer alleine mit dem Zug nach Ulm gefahren, was immer drei Stunden gekostet hat. Und vormittags noch die Schule. Das war schon ein ganz schöner  Aufwand. Aber ich wollte das immer so und hatte nie das Gefühl, etwas aufgeben zu müssen.

Und im Nachhinein?

Mir hat nichts gefehlt. Es ist wirklich so: Ich wollte unbedingt Profi werden und habe mir nie Gedanken gemacht, dass mir etwas fehlen könnte. Dadurch, dass ich es geschafft habe, kann ich auch sagen, dass ich alles richtig gemacht habe. Also waren da keine Opfer. Wäre ich kein Profi geworden, hätte ich den ganzen Aufwand natürlich in Frage gestellt.

Wo wir gerade bei den Zweifeln sind … Auf dem Platz zeichnet dich unter anderem eine gewisse mentale Stärke aus, die du ja irgendwoher beziehst und auf die du also auch im Privatleben zurückgreifen kannst. Woher kommt die?

Man darf nie den Fehler machen, den Fußballer und den privaten Menschen gleich zu setzen. Auf dem Platz ist man immer ein ganz anderer Typ als privat. Wenn man da derjenige ist, der vorangeht und mentale Stärke zeigt und gewissermaßen auch aggressiv ist, heißt das nicht, dass sich das im normalen Leben auch so darstellt. Bei mir persönlich ergeben sich da zwei völlig unterschiedliche Bilder. Es ist tatsächlich so, dass ich, wenn ich mich nach dem Spiel im Fernsehen sehe, manchmal denke, oh Gott, was hast du denn da wieder gemacht?! Ich bin auf dem Platz ein emotionaler Typ, der das auch rauslassen muss. Da ist leider auch manchmal etwas Jähzorn mit dabei. So bin ich aber privat nicht im Entferntesten. Aber beim Fußball war das immer schon meine Art, zu spielen. Ich konnte als Kind schon nicht verlieren, habe die Karten immer durch die Gegend gepfeffert, vielleicht kommt das daher. Das ist mittlerweile aber schon wieder viel, viel besser geworden. Jetzt in Düsseldorf spiele ich wieder mit dem Christian Weber zusammen, der mich noch von Greuther Fürth vor acht oder zehn Jahren her kennt, der bestätigt mir das.

Aber ich habe mich durchaus schon mal für Dinge, die ich mit meinem Gegenspieler veranstaltet habe, geschämt und gedacht, was warst du da für ein Asi …

Ich wollte eigentlich auch weniger auf die Aggressivität hinaus, sondern mehr auf das, was man vielleicht mit Durchhaltevermögen bezeichnen könnte. Eine gewisse Grundhaltung und eine Selbstsicherheit, die man ja zwangsläufig auch als privater Mensch haben muss.

Aber das ist so eine Schiene, in die du irgendwann von der Presse geschrieben wird. Jeder Profi hat eine gewisse Grundeinstellung und mentale Stärke, ohne die eine Profikarriere nun mal nicht möglich ist. Bei mir kam jetzt auch Glück dazu, meine Stellung in der Mannschaft und meine Art zu spielen, da erarbeitet man sich mit der Zeit natürlich auch einen bestimmten Ruf. In München war dieser Ruf aber im ersten halben Jahr auch ganz schnell wieder weg, da ging es vom Kopf her plötzlich nicht mehr. Aber da bin ich ein Beißer und lasse mich nicht unterkriegen, was für meine gesamte Karriere unheimlich wichtig war. Vielleicht ist es das.

Hat es vielleicht auch damit zu tun, dass man irgendwann einfach nicht mehr alles an sich ran lässt? Mit Sebastian Deisler und im Extremfall Robert Enke gibt es ja Gegenbeispiele …

Ja, auf jeden Fall. Es ist nicht immer einfach. Als mich der Hans (Meyer, Anm. der Red.) in Gladbach aus dem Kader geschmissen hat, war ich auch wie vor den Kopf gestoßen und habe auch erste Anzeichen einer persönlichen Krise bei mir entdeckt. Aber wie gesagt, mein Glück war, dass ich noch andere Dinge hatte und habe, die mich hochgehalten haben. Gut, die hatte der Robert mit Sicherheit auch, aber die Situation war wahrscheinlich eine andere, weil er nun mal richtig krank war.

Aber richtig, im Alter geht man durch die Erfahrung mit gewissen Dingen anders um. Und im Profifußball ist es durch den ganzen Leistungsdruck so, dass da viel auf deinen Kopf einwirkt. Da muss man wirklich aufpassen, dass man das nicht zu nah an sich ran lässt.

Bist du in der Hinsicht so etwas wie ein old-school-Profi? Ich habe gelesen, dass du beobachtet hast, dass junge Spieler heute schneller etwas flapsiger und lockerer sind …

Man muss ganz klar sehen, dass die Zeiten sich geändert haben. Als ich angefangen habe, mussten die jungen Spieler alles tragen und sich um alles kümmern, während die Älteren die jungen quasi erzogen haben. Da hätte sich nie jemand gewagt, einem Älteren gegenüber mal die Klappe aufzumachen. Das hat sich vollkommen geändert. Die jungen Spieler haben teilweise so eine große Klappe … du musst heutzutage als älterer Spieler im Training ja tatsächlich das Tor mittragen oder die Hütchen aufstellen (lacht) …

Unfassbar!

(lacht) Katastrophe! Aber als ich jung war habe ich aber ganz ehrlich gedacht, dass ich das später mal mit den jungen Spielern nicht so mache, wie ich es kennengelernt habe. Wir hatten damals schon eine recht extreme Mannschaft und haben ganz schön eins drüber bekommen, sodass du manchmal wirklich mit Bauchschmerzen zum Training gegangen bist … Mittlerweile geht es den Jungen aber gut. Teilweise zu gut. In Gladbach zum Beispiel, da kriegen die alles in den Arsch geschoben. Da stellen die 17-, 18-jährigen ihre Schuhe hin, die werden dann für sie geputzt. Das finde ich schon wieder übertrieben, die sollten sich so was erst verdienen. Da gibt es natürlich dann viele junge Spieler, die zu schnell meinen, sie wären schon sehr weit. Da sind aber auch wir älteren Spieler gefragt, denen mithilfe unserer Erfahrungen klarzumachen, dass dem eben nicht so ist.

Glaubst du an so eine Vorbildsgeschichte? Zum einen: Wärst du ein gutes Vorbild? Zum anderen: Funktioniert diese Vorbildfunktion des Fußballprofis heute noch?

Ja! Gerade bei den jungen Spielern ist das wichtig. Einige sind überhaupt nicht erreichbar, andere hören sich aber auch an, wenn jemand was sagt. Marko Marin damals in Gladbach war beispielsweise ja schon sehr weit, hatte aber auch so seine Marotten und immer mal einen Spruch parat. Der hörte aber auch mal zu, hat das immer super angenommen und ließ sich dementsprechend auch mal helfen. Es ist immer eine Frage des guten Drahts zu einem Spieler, ob man ein Vorbild sein kann oder nicht. Und in einer Mannschaft ist es immer so, dass es an den Älteren hängt, wenn es mal nicht läuft. Da musst du den Jüngeren halt geben können. Das kannst du nicht von einem 18-, 19-jährigen verlangen.

Kann man das auch auf außerhalb der Mannschaft übertragen? Wenn es nicht um einen Mitspieler geht? Also da kommt auf der Stadt jemand auf dich zu und ist irgendwie unhöflich – meinst du, dem kannst du auch noch was sagen?

So habe ich es jetzt nie erlebt, dass ich irgendwie hineingeraten bin, wo ich hätte agieren müssen. Aber ich glaube schon, dass die Leute das schon wahrnehmen, wenn man ihnen freundlich entgegentritt. Wie gesagt kommt es aber immer auf die Bereitschaft deines Gegenüber an. Du kannst natürlich freundlich ein Autogramm geben und er geht um die Ecke und haut jemandem trotzdem die Bierflasche auf den Kopf. Auf manche Sachen hat man keinen Einfluss. Aber für uns Fußballer ist es schon wichtig, vor der Kamera nicht zu qualmen oder sich den Wodka reinzukippen, da gibt es schon noch eine gewisse Vorbildfunktion. Bei uns schauen Kinder beim Training vorbei, da ist man freundlich und höflich, um ihnen das eben vorzuleben. Das ist ganz normal und kann von jedem Fußballprofi erwartet werden.

Bei aller Freundlichkeit – bewegst du dich nicht in einer Scheinwelt? Also merkst du nicht auch, dass man dir als Fußballer anders, zuvorkommender begegnet?

Na klar ist da auch viel Schein dabei. Das ist wohl überall so, wo es um Geld, um viel Geld geht. Da sind immer Leute, die dir auf die Schulter klopfen, solange die Geldmaschine funktioniert. Aber man lernt recht schnell, wer zum Schein da ist und wer sich wirklich um dich kümmert. Ich bin aber trotzdem zu allen freundlich. Also ja, ich werde damit konfrontiert und bekomme das durchaus mit.

Wir haben jetzt doch viel über Fußball geredet … der spielt natürlich in hohem Maße eine Rolle in deinem Leben. Durch ihn bist du, wie du sagst, nicht so wirklich verwurzelt, hast keinen großen Kontakt mehr zu Jugendfreunden. Wer hat dich denn mehr beeinflusst in deiner persönlichen Entwicklung, Freunde und Familie oder eher Spieler und Trainer?

Teils, teils. Gerade in jungen Jahren haben mich sicherlich Mitspieler und Trainer sehr beeinflusst, schließlich spiele ich seit ich vier Jahre alt bin in einem Fußballverein. Da bist du jeden Tag mit den Leuten zusammen, meine Eltern waren beide berufstätig, ich war auf einer Ganztagsschule und habe mich immer auf den Fußball gefreut. Und da orientiert man sich natürlich auch an Mitspielern, die man jeden Tag um sich hat, klar. Später kommst du dann in eine neue Mannschaft in einer anderen Stadt und hast eben zuerst und viel Kontakt mit den Mitspielern. Wo gehen die abends hin, was ziehen die so an, was hören die für Musik. Die sind dann näher an einem als die Familie.

Dir ist es also immer relativ leicht gefallen, dich zurechtzufinden, wenn du irgendwo neu hingekommen bist? Auch zwischenmenschlich, meine ich?

Ja, damit habe ich wirklich nie Probleme gehabt. Ich kann sagen ich bin recht unkompliziert und denke nicht in schwarz und weiß. Ich kann mich eigentlich ganz gut auf die Leute einstellen. Klar gibt es immer Leute, mit denen man weniger klar kommt als mit anderen, aber ich kann mich mit jedem normal unterhalten. Integration in eine bestehende Mannschaft war für mich nie ein Problem.

Sascha Rösler, vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview erschien ursprünglich im Januar 2011 auf playersTalk.de. Das Magazin ist mittlerweile leider offline. Die Fotos sind von Melanie Bien von der :bipulse kreativwerkstatt.
Christian machte 15 Jahre lang Musik, nahm Platten auf und tourte durch Europa. Zwischendurch studierte er und nahm die ersten Texterjobs an. Jetzt ist er freier Texter, Autor und Redakteur für Kommunikationsagenturen und Verlage, für Zeitschriften und Magazine, für die öffentliche Hand und Direktkunden, online und offline. Er mag Rhythmus und Prägnanz, Melodie und Relevanz. In Headline, Copy oder Redaktion, im Storytelling und relevantem Content. textass hold 'em.

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